Die gute Stube!

von | 28. Juni. 2020 | Journal

‚Da gseht’s jo us, wiä i dinärä Stubä‘! 
sagte Gast und lieber Freund Roger mit einem nicht definierbaren Lächeln um seine Mundwinkel!
Da ich an der Bar keine Gäste empfangen durfte, hatte ich mich dort eingerichtet. Da lagen mein Microsoft Surface Book, Kochbücher, Notizen und da stand der TM 6, bereit für Vorführungen oder zur Vermietung. Wie zuhause eben!
Ein anderer Gast schrieb, gerne wäre das Rias seine Finkenbeiz. Da würde er seine Finken in der Stube jeden Abend unter den Tisch stellen und es sich einfach bei Speis und Trank gut gehen lassen.

Ja, das stimmt, denke ich!
Am liebsten würde ich meine Gäste wirklich in meiner Stube bewirten.

Die gute Stube ist der Ort, wo wir uns wohl fühlen.

Vor langer Zeit war es doch ein absolutes Privileg, wenn die Thurgi – Grosi in Buchackern die gute Stube öffnete. Schon die Vorfreude liess unsere Augen strahlen.
Mein Bruder und ich wurden – obwohl es Dienstag oder Mittwoch war, es war einfach Wirtesonntag – in die schönsten Kleider gesteckt und wir fuhren über Herisau, Gossau und Bischofszell nach Zihlschlacht. Dort ging es scharf links über Bernhausen nach Buchackern.
Nicht vergessen werde ich den Zwischenfall in Zihlschlacht, als ein Waldarbeiter, angetrunken, mit schmutzigen Reifen und übersetzter Geschwindigkeit in die linke Seite unseres beigen Volvo 144 schleuderte. Die ganze Seite war eingedrückt. Erst nachdem die Kantonspolizei den Unfall professionell aufgenommen hatte, durften wir weiterfahren. Ob man denn nicht hätte ausweichen können, war die lapidare Frage unseres Vaters, weil wir allein mit der Mutter unterwegs gewesen waren.

In Buchackern angekommen, stürmten wir in die Wohnung der Grosseltern im ersten Stock. Bald sassen wir am Tisch in der guten Stube. Der schwere Holztisch war mit einem gestickten Büttentischtuch gedeckt. Mit grossen Augen beobachteten wir das Thurgi Grosi, wie es die frischen Butterguetzli auf wertvollem Porzellan aus dem obersten Schränklein nahm.

In unserem Landgasthof gab es keine private Stube. Unsere Stube sei dort, wo die Gäste wären, meinte unser Vater nur. So sassen wir nachmittags am ersten Tisch und erledigten die Hausaufgaben, falls wir dann Hilfe bräuchten von unserer Mutter, die im Service die Gäste betreute.

Für viele Menschen aus dem kleinen Dorf war die Gaststube wirklich ihre Heimat.
Da war der alte Götte. Er sass immer am mittleren Tisch, trank einen Römer Kalterer und sagte, wenn er dann einmal sterben würde, dann lege er sich zu Kasimir in die Wiese. Kasimir war unser Esel, der unterhalb des Landgasthofes auf der grossen Wiese lebte. Jeden Morgen weckte mich der graue Esel mit seinem lustigen Schreien.
Götte spielte mit mir ‘Nünimol’. Also Mühle mit neun Steinen. Nicht selten versuchte er einen Stein mit seiner Hand verschwinden zu lassen. ‘Du bschisisch’ rief ich dann jeweils laut durch die ganze Stube.
Er lachte nur und meinte: ‘Du merksch au alläs!’
Eines Sonntagmorgens, ich wollte in der Kasimirwiese Brennnesseln für meine Schmetterlingsraupen holen, standen da ein Kantonspolizist und der Bezirksammann.
Kasimir hatte sich in eine Ecke der Wiese verdrückt. Mit hängendem Kopf stand er da. Der Polizist schickte mich weg. Ich bemerkte nur ein weisses Tuch in der Wiese. Später erzählte meine Mutter, dass sich Götte wirklich in seiner letzten Stunde zu Kasimir in die Wiese gelegt hätte. Er sei einfach eingeschlafen.
Dann gab es den alten Stutz. Wenn er in der Gaststube sass, roch ich es bis in mein kleines Zimmer im zweiten Stock nach scharfem Tabak. Er rauchte immer diese Toscani. Das sind kleine Zigarren, die ursprünglich aus der Toskana stammen. Der Tabak hatte einen speziellen beissenden und würzigen Geruch.
Dann der Bauer Knechtle, der stundenlang stumm vor sich hin sass und seine Flasche Schützengarten Lager hell betrachtete. Oder Ueli Martinelli, der bekannte Bauernmaler und Musiker, der dann und wann auch zur Handorgel griff.

Hoch ging es zu und her, wenn sich eine Partie Jasser zusammen fand. Dann wurde ein ‚Pandur‘ gespielt. Streitend, lachend und manchmal auch laut rufend wurden die Karten stundenlang auf den Jassteppich geklopft.

Die Gäste fühlten sich wohl in der Gaststube.
Wenn das Rias meine Gaststube ist und Sie sich wohl fühlen, dann ist es genau das, was ich will!

Das Zelt ist nun weg und wir dürfen unserer Leidenschaft als Gastgeber wieder fast normal nachgehen.

Ihre Reservation hier online.

 

Wild & Wein Battle; Rossi vs. Markus / Bindella vs. Zweifel

Preis pro Gast sfr. 145.00
Am Dienstag, 13. Oktober laden wir zu einem neuen Event ein.
Es wird ein Battle, ein Zweikampf zweier leidenschaftlicher Weinsensoriker und Geniesser sein.
Markus Betschart und Rossi Serratore kreuzen die Weinflaschen.
Ich serviere sechs Gänge zu den 12 Weinen. Über eine App auf Ihrem Smartphone erküren Sie den Gewinner des Abends.
Reservationen nur telefonisch unter 044 814 26 52.

Gourmet Metzgete
Metzgete à discretion, Preis pro Gast sFr. 74.00
Von Donnerstag, 22. bis Samstag, 24. Oktober und von Montag, 26. bis Samstag, 31. Oktober findet die Gourmet Metzgete statt. Einzelne Abende sind bereits gut gebucht. Abende unter der Woche sind noch zu haben.

Reservationen nur telefonisch unter 044 814 26 52.

Trüffel Abend
Preis pro Gast sFr. 180.00
Am Montag, 23. November wird uns Klemens Lageder vom Weingut Lageder aus Margreid im Südtirol seine Weine zum Trüffelmenu kredenzen. Lageder ist bekannt für seine sensationellen Biodynamischen Weine. Er keltert Weine von Weltruf!
Sechs Gänge und acht Weine werden sie in Verzückung bringen.
Reservationen nur telefonisch unter 044 814 26 52.

Ihr Familien-, Team-, oder Firmenevent im Rias
Dann ist schon bald Weihnachten und natürlich steht das Rias für Ihren kleinen, aber feinen Anlass zur Verfügung.
Reservieren Sie jetzt die Tische für Ihren Anlass. 

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Herzlich willkommen im Rias.

Schön, dass ich Sie in meiner Gaststube begrüssen darf.

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