Die Gemeindeleiterin in der Gallus Kapelle in Arbon schluckte leer und staunte nicht schlecht, welchen Wunsch ich unseren Enkelzwillingen Lynn und Amelie auf den Weg gab.Auf dem Programm der Taufe stand: Fürbitte oder Wünsche der Familie. Meine Tochter Sarah hatte...
Brieffreundschaften
Der Brief lag auf dem Küchentisch. Den letzten Schritt durch die Küche nahm ich mit einem kleinen Hüpfer vor Freude.
Da stand meine Adresse, eine 20 Rappen Marke rechts oben korrekt aufgeklebt. 1975 Helvetia mit einem Bild des Schweizer Waldes. Der Poststempel scharf über die Ecke des Wertzeichens aufgedrückt.
Aus Lausanne, von Thierry meinem Brieffreund.
Bedächtig stieg ich die knarrenden Stufen zu meinem Zimmer. Dort setzte ich mich an den kleinen Tisch und mit der kleinen Schere öffnete ich den Brief vorsichtig.
‘Salut mon ami, comment vas-tu’?
Ich war seit einigen Monaten in der Sekundarschule in St. Peterzell und nun gehörte auch Französisch zu den Pflichtfächern. Thierry war der Sohn einer Coucousine siebten Grades meiner Mutter.
Es war die Idee unserer Mütter, dass wir uns doch schreiben könnten. Thierry müsse Deutsch lernen und ich Französisch. Das sei doch eine gute Gelegenheit. Wir würden uns in unseren Sprachen schreiben und dann die Briefe übersetzen.
Nun denn, so schickten wir uns Briefe hin und her und versuchten uns zu verstehen.
Ich sass nun also an meinem kleinen Tisch. Vor mir lag das Buch ‘Otto
Müller La belle aventure d’apprendre le français’. Daneben das kleine gelbe Langenscheidts Taschenwörterbuch Französisch.
Wort für Wort, Satz für Satz und Abschnitt für Abschnitt versuchte ich, den Brief nun zu übersetzen. Es war ein schwieriges Unterfangen und so ging es immer wieder ein paar Tage, bis ich einen Antwortbrief verfasst hatte, den ich dann glücklich zur Post brachte.
Das Briefe schreiben hätte mich eigentlich fasziniert, doch die Umstände mit der anderen Sprache waren doch schon sehr aufwändig.
Später versuchten wir, in der Sprache des anderen zu schreiben, doch das hielten wir nicht lange durch und die ganze Angelegenheit verlief im Sand.
Danach studierte ich im ‘Gelben Heft’ und im ‘Junior’ die kleinen Gratisinserat unter der Rubrik Brieffreundschaften.
‘Hallo, ich bin Jules, 14, aus Kanada und würde gerne mit jemandem aus der Schweiz eine Brieffreundschaft unterhalten’. So und ähnlich klangen die Texte in den Kleinstanzeigen. Es schmeckte geradezu nach Fernweh, nach Abenteuer und neuen Eindrücken. Auch wenn es nur auf dem Papier in sauberer Handschrift sein würde.
Ich spürte das feine Luftpostpapier unter meinen Fingerspitzen. Vorsichtig liess ich meinen Geha – Fülli über die Seiten gleiten und versuchte, Geschichten und Eindrücke aus dem Neckertal nach Kanada zu senden.
Doch irgendwann erlosch auch dieser Kontakt.
Dann folgte meine militärische Karriere und ich musste vor dem Einrücken in die Fourierschule das Schreibmaschinenschreiben lernen. Mit zehn Fingern natürlich. Es wurde als kriegswichtig angesehen, dass die Buchhaltung der Kompanie perfekt mit Schreibmaschine geschrieben war.
Nur noch im Verliebtsein griff ich zu Fülli und weissem Papier und erzählte meine Gedanken und Geschichten. Und die Briefe, die ich erhalten durfte, fein duftend, erzählend von Träumen und Wünschen, geschrieben mit glänzender Tinte, waren immer eine grosse Freude. Täglich wartete ich zweimal auf den Postboten, denn damals gingen die Pöstler in ihren blauen Uniformen und den steifen Käppis noch zweimal auf ihre Touren.
Doch keine E-Mail und keine noch so grandiose E-Gruss Karte kann das Gefühl eines von Hand geschriebenen Briefes ersetzen.
Ich wünsche mir die Musse zurück, um meine Gedanken öfter von Hand auf ein schönes weisses Büttenpapier zu bringen. Das Blatt sorgfältig zu falten, es in ein wattiertes Couvert zu stecken, die Adresse in schönen Lettern drauf zu schreiben, die Lasche zu befeuchten und zuzukleben, um dann dieses Couvert mit einem besonderen Gruss in einen Briefkasten zu werfen.
Wann haben Sie zuletzt einen Brief von Hand geschrieben?
Im Rias schreiben wir auch diese Woche die Geschichten von Hand und unser ‘Pick Away’ im Rias Gourmet Shop wird weiter ausgebaut.
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Weiterhin könne Sie auch unsere Gerichte als Pick Away bestellen.
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Öffnungszeiten
Wir sind nun wieder von Montag – Freitag mittags und abends für Sie da.
Im Sommer werden wir vom 19. Juli für zwei Wochen Sommerferien machen.
Schön, wenn wir Sie verwöhnen dürfen.
Von Herzen wünsche ich Ihnen alles Gute.
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