Die Gemeindeleiterin in der Gallus Kapelle in Arbon schluckte leer und staunte nicht schlecht, welchen Wunsch ich unseren Enkelzwillingen Lynn und Amelie auf den Weg gab.Auf dem Programm der Taufe stand: Fürbitte oder Wünsche der Familie. Meine Tochter Sarah hatte...
Chilbi & Magenbrot
Chilbi & Magenbrot
Als ich letzte Woche ins Rias fuhr, fiel mir in Dietlikon eine Tafel auf: Chilbi Lindau nächstes
Wochenende. Es ist Chilbi und Jahrmarkt Zeit.
Der Jahrmarkt zieht von Dorf zu Dorf und lädt zum Amüsieren ein. Jedes Jahr bleibt einiges
gleich. In St. Gallen ist OLMA, in Basel MUBA in Zürich Züspa und meistens zur selben Zeit der
Jahrmarkt.
Das ist dann eine richtig grosse Sache.
An der OLMA treffen sich die St. Galler und lange hiess es: ‚Gäll, am siebni vor äm Siebni!‘
Man traf sich vor der Degustationshalle sieben. Viele St. Galler kaufen sich jedes Jahr eine
Dauerkarte und sind täglich beim Feierabendbier am Schützengartenstand anzutreffen. Als
die alte Holzhalle sieben abbrannte war das eine einzige Katastrophe. Nun heisst es Halle 4
und 5. Der Charme des alten Gebälks, die rauchige, stickige Luft ist Vergangenheit. Die neuen
Betonhallen werden nie das Charisma und die Patina der alten Halle 7 haben.
In St. Peterzell war die Chilbi kleiner und beschaulicher. Höhepunkt war die Schifflischaukel.
Ein muskelbepackter Schausteller wuchtete die Balken aufeinander und hängte die Schiffli
auf. Er schaute auch dafür, dass niemand zu hoch schaukelte und wenn wir dann immer
noch zu hoch hinaus wollten, verwies er uns aus dem Schiffli! Welch ein Desaster!
Daneben stand der Schiessstand und es gab den einen Marktfahrer mit den üblichen
Angeboten an Kinderspielzeugen, Plastik Krims Krams, Schleckzeug und Soft Ice. Es roch
verführerisch nach Zuckerwatte, gebrannten Mandeln, Nidelzeltli und Magenbrot. Angebote
der Vereine fehlten ebenfalls nicht und natürlich war da eine grosse Festwirtschaft. Die
Menschen kamen von rundherum.
Wir erhielten jeweils einen Fünfliber und durften damit machen, was wir wollten. Auf die
Schifflischaukel oder an die Schiessbude, eine Käpselipistole kaufen oder Schleckzeug. Die
Entscheidung fiel schwer. Irgendwann war der Fünfliber dann einfach weg. Natürlich
brachten wir auch den obligaten Sack Magenbrot nach Hause.
Im Rias haben wir ein Dessert zubereitet. Es heisst Chilbi. Mit Magenbrot, Nidelzeltli,
gebrannten Nüssen und Karamellglace. Es riecht wie damals am Stand des Marktfahrers.
Chilbi – es war ein Höhepunkt im Leben in St. Peterzell. Und ja, später war es die OLMA mit
dem Jahrmarkt und ‚äbä am siebni vor äm Siebni!‘
Das Rezept heute: Magenbrot
Ich wünsche gutes Gelingen!
Zutaten für 80 Stück
Backpapier für das Blech
Teig:
500 g Ruchmehl
250 g Rohzucker
2 EL Backpulver
2 EL Schokoladepulver
1 EL Birnbrotgewürz
1 EL Zimt
1 Prise Salz
3 dl Milchwasser (halb Milch/halb Wasser)
100 g schöner Honig, flüssig
Glasur:
80 g dunkle Schokolade, zerbröckelt
10 g Butter
5-6 EL Wasser
1 EL Schokoladepulver
250 g Puderzucker
Zubereitung
Teig:
Alle Zutaten bis und mit Salz in einer Schüssel mischen, eine Mulde formen.
Milchwasser erwärmen (nicht kochen), Honig dazugeben, verrühren und in die Mulde
giessen.
Alles zu einem glatten Teig verrühren. Auf das mit Backpapier belegte Blech geben, 1,5 cm
dick und glatt ausstreichen. In der Mitte des auf 180°C vorgeheizten Ofens 15-20 Minuten
backen. Auskühlen lassen und in Rechtecke von 2×4 cm schneiden.
Glasur:
Schokolade und Butter mit Wasser langsam schmelzen lassen. Schokoladepulver und
Puderzucker dazu sieben, glattrühren. ¼ der Magenbrotstücke in eine Schüssel geben, ¼ der
Glasur darüber giessen.
So lange wenden, bis alle Magenbrotstücke gleichmässig mit der Glasur überzogen sind. Auf
Backgitter legen und trocknen lassen. Mit den restlichen Magenbrotstücken gleich verfahren.
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