‚Nose to tail‘ – Wild Tavolata & Gourmet Metzgete

von | 22. Sep.. 2019 | Journal

Am 1. Oktober, in einer guten Woche wird in den Kantonen mit Revierjagd die Treibjagd eröffnet.

Auch ich durfte am Anfang dieses Jahrhunderts während einigen Jahren im Revier St. Peterzell als Mitpächter jagen. Der erste Oktober war ein Festtag in der Agenda. Endlich ging es los.

Mit der Jagd und mit Wildbret in Berührung kam ich aber schon während meiner Lehrzeit. Dutzendweise brachten Jäger aus dem Toggenburg Rehe in den Lehrbetrieb, das Hotel – Restaurant Sternen in Nesslau. Die Tiere mussten wir möglichst schnell aus der Decke ziehen und zerlegen. Oft ging dafür die Zimmerstunde drauf. Doch es war einfach so, dass diese frischen Rehe verarbeitet werden mussten, da half nichts. Kein Rendez-Vous mit dem Schätzeli und kein Hinweis auf dringende Hausaufgaben. Reh, Gams und Hirsch zerwirken war angesagt!

Gleichzeitig wurde in den Siebzigerjahren des vorherigen Jahrhunderts unser Vater Pächter im Revier St. Peterzell. Oft kaufte er ein Reh und liess es durch Metzger Schweizer fachgerecht zerlegen und aufbereiten. Meine Mutter hatte dann die Aufgabe, Pfeffer einzulegen, Schnitzel zu braten oder einen Rehrücken in den Ofen zu schieben. Sie meinte oft, dass sie das Fleisch eigentlich sehr gern gehabt hätte, doch der Umgang damit und der ständige Geruch hätte ihr die Lust auf Reh aus eigener Jagd genommen.

Bald merkte mein Vater, dass mein jüngerer Bruder und ich nun die Rehe zerlegen können, was wir dann auch an unseren freien Tagen zu tun hatten.

Einige Jahre später, nachdem ich den Landgasthof meiner Eltern übernommen hatte, bezog auch ich die Rehe direkt von den Jägern. Dann absolvierte ich die Jagdprüfung auf Wunsch meines Vaters und trat dieses Erbe an.

Im Keller wurden die Rehe ausgezogen und zertrennt, vakuumiert, angeschrieben und sorgfältig verräumt.

Irgendwann stand dann meine Tochter Sarah im Keller. Sie hatte sich das blaue ‚Übergwändli‘ angezogen, behändigte sich eines Ausbeinmessers und meinte: So, was chan ich etz do verschnidä? Jessica schaute nur kurz rein, rümpfte die Nase und verschwand stillschweigend wieder.

Wild Tavolata: Dienstag, 1. Oktober ab 19:00
An der Wild Tavolata werden wir möglichst viele der Teile von Reh, Gams und Hirsch geniessen.

Gourmet Metzgete: 25. Oktober – 1. November

Ab Freitag, den 25. Oktober geniessen Sie eine Woche lang unsere Gourmet Metzgete.
‚Nose to Tail‘ vom Schwein heisst es dann!

Für die Gourmet Metzgete haben wir zusätzlich am Samstag, 26. Oktober offen.
Es hat noch für beide Anlässe nur noch wenige Plätze frei.
Reservieren Sie per Telefon: 044 814 26 52

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