Die Gemeindeleiterin in der Gallus Kapelle in Arbon schluckte leer und staunte nicht schlecht, welchen Wunsch ich unseren Enkelzwillingen Lynn und Amelie auf den Weg gab.Auf dem Programm der Taufe stand: Fürbitte oder Wünsche der Familie. Meine Tochter Sarah hatte...
Segnes Pass!
Liebe Freunde, liebe Gäste!
Das Laub auf dem Pfad knisterte unter den schweren Schuhen, als ich durch den Wald wanderte. Die Blätter, die noch an den Bäumen hingen, glänzten in allen Farben. Es war Herbst geworden.
Frühmorgens hat mich meine Traumfrau am Bahnhof Glarus ausgeladen. Mein Plan war eine Wanderung hinauf nach Elm, dort im mitgetragenen Zelt übernachten, um am Sonntag den Segnes Pass in Richtung Flims zu überqueren.
Im Rucksack, mit einem Basisgewicht von ca. 11.5 kg, hatte ich alles dabei: Das leichte Zelt, Schlafsack und Matte sowie Ersatzwäsche, Proviant, Gaskocher und getrockneten Kaffee.
Nach einigen Kilometern liess ich die Fridolin-Stadt hinter mir und wanderte der Linth entlang nach Schwanden, dort ging es Richtung Elm, längs dem Ufer der Sernf.
Der Weg ist gut markiert, führt über Brücken und Trails durch eine pittoreske Landschaft.
In Elm suchte ich das einzige geöffnete Restaurant des Ortes auf, um einen deftigen Wurstkäsesalat mit schmackhaftem Bier zu geniessen.
Dann den letzten Kilometer der Strasse entlang zur Talstation der Tschinglenbahn. Dort hat es einen kleinen unbewachten Campingplatz mit Wasser und Toilette, den man einfach so benutzen darf.
Schon die ganze Woche hatte ich den Wetterbericht konsultiert. Es sollte bis Samstagabend schön sein, leichter Wind, aber fast wolkenlos und angenehm warm. In der Nacht auf Sonntag würde dann aber das Wetter umschlagen und gegen Sonntagnachmittag könne es sogar schneien.
Da ich bereits um vier Uhr nachmittags auf dem Zeltplatz ankam, machte ich mir keine Sorgen um das Wetter. Ich richtete mein Zelt auf, kochte auf dem Ultra Light Kocher mein Nachtessen und kroch bereits als es zu dämmern begann in meinen Schlafsack.
Auf dem Zeltplatz mitten im Wald unter hohen Tannenbäumen hatten auch zwei Familien aus St. Gallen ihre Zelte aufgestellt. Die Kinder tobten um die Bäume und Felsen. Ein frisches und fröhliches Kindergeschrei und – lachen hallte durch die Bäume. Es war einfach herrlich. Endlich mal wieder Kinder, die ‚Schittli verschloh‘ spielten und nicht an ihren Tablets oder anderen Devices hingen. Ein Junge von vielleicht vier Jahren strahlte mich an und fragte: ‚Kennsch du Schittli verschloh?‘ und ob ich das kannte. Wir hatten es selber vor gefühlt hundert Jahren tagelang gespielt.
Drei Holzscheitter werden zu einer Pyramide aneinander gelehnt. Jemand musste sich die Augen zuhalten und auf hundert zählen. Die anderen verstecken sich. Das Zählen ging dann etwa so: ,Eis, zwei, drü, vier, füf, zä, zwanzg, drissg, hundert, i chumä!‘ Spätestens jetzt waren alle versteckt und niemand bewegte sich. Wem es nun gelang die ‚Schittli‘ mit dem Fuss zum Umfallen zu bringen, bevor der Zähler die ‚Schittlli‘ verteidigen konnte, der gewann.
Die Kinder spielten bis in die Dunkelheit.
In der Nacht zog der Föhnsturm auf. Die Bäume knackten und ächzten. Tannzapfen und Äste knallten auf die dünne Zeltdecke. Oft konnte ich das Orgeln des Windes das ganze Tal hinauf hören. Irgendwann nach Mitternacht liess der Sturm nach und ich schlief tief und traumlos bis ich die Kinder wieder hörte: ‚eis, zwei, drü…. i chumä!‘
Ich kroch aus meinem Zelt, kochte mir Kaffee, packte alles zusammen und schulterte den Rucksack.
Der Weg führte steil in engen Serpentinen durch den Wald.
Mein Nachtquartier lag auf 1’037 Meter über Meer. Der höchste Punkt an diesem Tag war der Segnes Pass mit 2’625 Meter über Meer. Ich hatte also fast 1’600 Höhenmeter zu überwinden.
Langsam erreichte ich die Waldgrenze und dann die Bergstation Tschinglen. Nun sah ich bis zur Passhöhe. Wie eine Wand lag der Berg vor mir, eine Staumauer ohne See. Nicht weit, aber weit oben.
Ich erblickte die Tschingelhörner, das Martinsloch und den Piz Segnes.
Inzwischen war der Föhnsturm wieder aufgezogen. Es blies mir ganz kräftig um die Ohren.
Eine Wanderin kam mir entgegen. Sie trug leichte Trailschuhe und einen kleinen Rucksack. Bleich im Gesicht meinte sie nur, dass es ihr da oben zu stark stürme und dass sie nun umkehren würde.
Umkehren gab es für mich nicht, denn der Weg rückwärts war rutschig und von den Kühen, die vor einigen Tagen von der Alp herunter getrieben wurden, stark ausgetreten.
Es gab nur eine Richtung: Aufwärts!
Der Weg wurde schmaler und steiler und die Serpentinen enger. Der Föhn blies mit jedem Meter stärker, entwickelte sich zum Orkan und ich musste mich dann und wann mit beiden Händen an den Felsen festhalten, damit es mich nicht weg blies.
Einige Meter unterhalb des Passes fing es an zu nieseln. Mit jedem Meter wurde es kälter und bald fielen die ersten Flocken.
Oben angekommen knallte mir eine Windböe ins Gesicht. Meine Mütze rutschte vom Kopf. Geistesgegenwärtig griff ich danach, doch die schützende Brille hatte war bereits weggefegt.
Die ehemalige Militärbaracke auf dem Pass, in dem sich ein kleines Restaurant befindet, war leider geschlossen.
Der Abstieg gestaltete sich anfänglich schwierig. Es ging über loses Geröll, das ich schlitternd überwand. Dann führte der Trail über den oberen Segnesboden, wo vor ein paar Jahren die Ju-52 abstürzte. Weiter ging es auf dem Panoramaweg, auf dem mir meine Traumfrau entgegenkam – sie war den Weg von Laax nach oben gewandert.
Auf dieser Seite der Tschingelhörner war es fast windstill und angenehm zu wandern. Zusammen gingen wir bis nach Naraus, wo wir die Bahn nach Flims bestiegen. Abwärts wandern ist ja nicht wirklich gesund für die Gelenke.
Diesen Mittwoch geht es los mit der Gourmet Metzgete.
Es hat noch wenige freie Plätze.
Gourmet Metzgete
Metzgete à discretion, Preis pro Gast sFr. 74.00
Von Mittwoch, 27. bis Samstag, 30. Oktober
und von
Montag, 1. – Samstag, 6. November
Reservationen nur telefonisch unter 044 814 26 52.
Weiterhin mein spezielles Angebot, das Menu Surprise:
Das Beste aus der Zeit von Hansruedi Nef.
Speziell bieten wir nun immer ein sehr persönliches Menu Surprise an. Meine kulinarischen Erinnerungen, kann man es auch nennen.
Lassen Sie sich überraschen. Es gelten folgende Spielregeln:
Alle Gäste am Tisch essen dasselbe Menu (auch bei Sonderwünschen).
Reservation einen Tag im Voraus. Wir verraten nicht, was es gibt.
Preis pro Gast, Menu mit 7 Gängen sFr. 150.
Weinbegleitung + sFr. 75.
Über weitere Events werde ich Sie nächste Woche auf diesem Weg informieren.
Freuen Sie sich auf ein Feuerwerk an Feierlichkeiten zu meinem Abschied vom Rias Kloten im März 2022.
Alle weiteren Reservationen online.
Wandernd!
Ihr
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